Mehr Erzieher*innnen braucht das Land! #Blog aus dem Plenarsaal

Liebe Leute,

gerade wird darüber debattiert, wie mehr Erzieher*innen in den Kitas und Grippen arbeiten können. Über den Fachkräftemangel. Laut Senat fehlen bis 2020 für die neu einzurichtenden Kindergruppen 780 zusätzliche Fachkräfte. Das geht aus der Antwort des Senats auf die Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE hervor (Drucksache 19/1091).

Wie ist das zu schaffen?

Ich glaube, dass das nicht zu schaffen ist. Zu lang war der Beruf zu unattraktiv und zu schlecht bezahlt. Bei langer Ausbildungszeit. Mir kommt bei dieser Debatte der Wahlkampf 2015 in den Kopf. Im Mai streikten damals die Kita-Leute. Sie hatten die Schnauze voll. Ich habe damals den Streik unterstützt. Denn: Im Vergleich zur Verantwortung und Anforderung ist die Bezahlung unterirdisch. Hier müssen die freien und kommunalen Träger unterstützt werden. Vom Bund, aber auch vom Land. Hier ist meiner Meinung nach anzusetzen. Der Beruf muss aufgewertet werden. Denn wer etwas für die Gesellschaft tut, muss angemessenen bezahlt werden. So wie der Facharbeiter bei Daimler. So auch die Erzieher*innen.

Und da kommen mir die Gedanken aus dem Wahlkampf wieder in den Sinn. Damals schrieb ich Euch:

Es geht aber nicht allein um Geld. Es geht auch um die Gleichberechtigung für uns Frauen. Denn wir machen zumeist die Jobs, die umschrieben sind als Sorgearbeit. So muss es das politische Ziel sein, genau diese Berufe so attraktiv zu gestalten, dass sie keine prekäre Beschäftigung mehr sind.“ (Hier das Blog von damals.)

Job aufwerten!

Dieses politische Ziel ist nicht erreicht. Zu wenige wollen den Job machen. Wir reden hier im Parlament gerade über den Bedarf. In der Debatte ist das aber der zweite Schritt vor dem ersten. Wir müssen als erstes den Job aufwerten und das geht nur über eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Und die verschlechtern sich in Bremen: So ist es mehr als wahrscheinlich, dass z.B. die Kita-Gruppengrößen von 20 auf 21 Kinder erhöht werden. Und die Perspektive ist, dass die Eltern von immer mehr Kindern einen Kita-Platz beanspruchen werden.

Und hier im Parlament? Wird darüber gestritten, ob pädagogische Fachkräfte überlastet sind oder nicht. Die CDU meint ja und weißt darauf hin, dass allein die Ankündigung die Kita-Gruppengrößen zu vergrößern, dazu führen würde, dass pädagogische Fachkräfte bereits kündigen. Die CDU fordert stattdessen 1,5 Erzieher*innen pro Kind in den „sozialkulturell besonders benachteiligten Stadtteilen“. Die SPD ist entrüstet über diese Äußerungen der CDU, sie sein polemisch und klärt hingegen auf: Die Bedarfsentwicklung sei schneller als gedacht. Geburtenentwicklung, Geflüchtete mit Kindern, insgesamt gestiegene Nachfrage – damit hätte man nicht rechnen können. Und sie versichert, hier entsprechend nachzulegen. Die Grünen hingegen benenne deutlich, dass das Problem des Fachkräftemangels groß ist. Das sie es erkannt haben. Und in dieser Frage einig sind mit der Fraktion Die LINKE. Einig darüber, dass das Problem des Fachkräftemangels noch längst nicht gelöst ist.

Jetzt spricht die FDP. Und gleich hören wir dazu noch die Bildungssenatorin Claudia Bogedan.

Und Tschüss!

Eure Bloggerin aus dem Plenarsaal.

 

 

 

 

 

Posted by:

Susanne Wendland

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