Danke, dass ihr mich durch die Wogen tragt!

Liebe interessierte Leute,

ich weiß, dass viele neidisch und wütend sind. Denn ich bekam bitter böse Mails & Threats. Viele, die denken, wie kann „frau“ ihre MitRegierungsmacht aufgeben.

Viele, die denken, ich würde eine der letzten Bastionen rot-grüner Lager verraten.
Viele, die neidisch sind, weil sie es selbst nicht geschafft haben, solch ein Mandat zu erkämpfen.

Und einige, die sagen, das sei „das Ende meiner politischen Karriere … Das wird dir sehr Schaden … dein Standing nachhaltig beschädigen.“ – so unkt es aus dem inneren Zirkel der Grünen heraus, die sich – so scheint es – für sich selbst eine so konsequente Entscheidung nicht vorstellen könnten. Und verkünden: „Gib dein Mandat zurück“.

Wenn ihr mich heute fragt, was ich aus den letzten Tagen gelernt haben, dann antworte ich Euch: Bleibt bei Euch selbst! Mit Selbstachtung! Für das, was ihr tut, warum ihr es tut, wofür & für wen ihr es tut.

Denn genau dafür habe ich viele, viele Soli-Grüße erhalten. Von Altlinken und damit auch von vielen Ex-Grünen. Viele, die von Grünen enttäuscht sind. Viele, die mich schon seit langem unterstützen. Viele, die mich und meine Politik neu entdecken.
Nämlich ihr, mit Rückmeldungen wie zum Bespiel: „Respekt vor diesem Schritt“. „Wow, vielen Dank für diese Klarheit“. „Finde deinen Schritt sehr nachvollziehbar“. „Authentisch.“ „Bitte bleib so sozial, wie ich dich kenne und schätzen gelernt habe. Mutiger Schritt, meine Hochachtung.“

Nur zum Beispiel:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DANKE, dass ihr mich durch die Wogen tragt!

Und ich sage Euch: DANKE, dass ihr mich durch die Wogen tragt.
Mich darin bestärkt, als Politikerin unabhängig weiter zu machen. Mit meinen „freiem Mandat“. Doch was heißt eigentlich: „freies Mandat“? Und: Warum behalte ich es?

Warum ich mein „freies“ Mandat behalte, hat mit dem Wahlrecht zu tun. Dazu ein paar Hintergrundinformationen:

Bremen hat ein relative neues Wahlrecht. Ein personalisiertes Mehrstimmenwahlsystem. Um die Partizipation des Bürgers zu erhöhen. Denn jede*r von Euch hat mit seinen fünf Stimmen viele Optionen, um das Wahlergebnis und die Auswahl von Kandidat*innen zu beeinflussen. Ein Ziel der Wahlrechtsreform war, dass die Bürger*innen die zuvor auf Parteitagen zusammengesetzte Reihenfolge einer Liste mit seinen Stimmen für einzelne Personen verändern können. Das soll, so eine weitere Idee der Wahlrechtsreformer*innen, auch der Parteienverdrossenheit entgegen wirken.

WARUM ich mein Mandat behalte. 

Nun ist es so. Auf dem „Listenparteitag“ der Grünen im November 2015 wurde ich auf Platz 31 gesetzt. Da fühlte ich mich von einigen Grünen im Stich gelassen. Ausmanövriert. Von denen, die mich jetzt auffordern, mein Mandat zurück zu geben. Ihr Argument: Ich würde sie im Stich lassen. Nur Leute, ich bin über Personenstimmen zurück ins Parlament gekommen! Viele von Euch haben mich im Mai 2015 vom Listenplatz 31 auf Platz 9 hochgewählt. Für meine Politik, für meinen Wahlkampf. Viel Zustimmung von Euch, meinen Wähler*innen. Genau deshalb behalte ich mein Mandat. Weil es doch genau so funktioniert wie es funktionieren soll. Nämlich, dass durch das neue Wahlrecht Listen durcheinander gewirbelt werden. Und damit eingeschworene Zirkel in Partei-und Funktionsspitzen aufbröckeln. Und Querdenker*innen wie ich weiterhin Politik machen können.

Freies Mandat

Ein weiterer Grund, warum ich mein Mandat behalte, hat damit zu tun, dass ich nur meinem Gewissen verpflichtet bin. Das ist der Grundsatz des freien Mandats. Maßgeblich ist die eigene persönlich-politische Überzeugung. Ich bin nicht an Weisungen und Aufträge gebunden. Also bin ich auch nicht meiner Partei oder der Fraktion verpflichtetet, sondern ich habe Euch zu repräsentieren. Und damit die gesamte Bevölkerung.

 

 

 

 

 

 

Posted by:

Susanne Wendland

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