Fachveranstaltung „Alternativen zur geschlossenen Unterbringung“ am 11.11.2015

Liebe Freundinnen und Freunde,

gestern, am 11. November 2015, haben wir Grüne zur Fachanhörung „Alternativen zur Geschlossenen Unterbringung“ eingeladen. Ihr wisst, ich bin gegen geschlossene Einrichtungen, in denen minderjährige Kinder gegen ihren Willen mit Zwangsmaßnahmen konfrontiert werden. Auch wenn das RotGrün in Bremen will, ich bleibe dabei, ich halte es für den falschen Weg. Welche Alternativen es git, haben wir gestern erörtert, u.a. mehr intensivpädagogische Angebote mit individuellen Lösungen, Straßensozialarbeit verstärken, die Mobile Betreuung konzeptionell weiterentwickeln und eine Koordinierungsstelle für individuelle Unterbringt nach Hamburger Vorbild schaffen.

Die Veranstaltung war also nicht nur super gut besucht sondern wir haben gute Ergebnisse herausbekommen. Diese werden wir in der Fraktion der Grünen beraten und parlamentarisch, zum Beispiel durch einen Antrag, weiterverfolgen. Mehr erfahrt ihr dann.

Hier erst einmal meinGrußwort zur Veranstaltung am 11.11.2015, Wallsaal der Stadtbürgerschaft.

Eure Susanne

 

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Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ich heiße Sie im Namen der Grünen Fraktion herzlichen willkommen. Ich bin Susanne Wendland. Meine Position zur Geschlossen Unterbringung ist bekannt. Ich lehne sie ab. Weil Menschen in Unfreiheit zu Freiheit zu erziehen nicht möglich ist.

Gleichwohl ist mir klar, dass es ein Problem mit einigen Jugendlichen gibt. Letzte Wochenende war ich mit der Polizeistreife unterwegs. Es gibt auffällige junge Flüchtlinge. Allerdings ist das eine sehr sehr kleine Gruppe, 10-30 Jugendliche – die Zahl variiert -von insgesamt 2.5000 um die wir uns speziell kümmern müssen.

Gleichwohl müssen wir darauf achten, dass dadurch nicht alle jungen Flüchtlinge stigmatisiert werden und durch die Diskussion Ängste geschürt werden, wenn junge schwarze Flüchtlinge im Straßenbild auftauchen.

Das ist aber bei vielen Bremern längst der Fall. Meiner Wahrnehmung nach ist der Ruf nach einer Geschlossenen Unterbringung eine stark interessengeleitete Diskussion, u.a. auch von der Polizei, die mehr Personal einfordern.

Unbestritten ist: Es gibt heftige Delikte, Raubüberfälle und Opfer sind zu schützen. Und deshalb sind wir hier.

Wir sind hier, um auszuloten, welche Möglichkeiten es geben könnte, die Jugendlichen in den Griff zu bekommen ohne! sie weg zu sperren.

Genau das steht auch im Koalitionsvertrag und zwar vorrangig vor der Option freiheitsentziehende Maßnahmen. Dieser Aspekt wurde in der öffentlichen Debatte fast ausgeblendet.

Heute geht es daher um folgende Fragen:

  1. Können wir unsere bereits bestehende Mobile Beratung nicht ausbauen?
  2. Was können wir von Hamburg im Umgang mit Straßenkindern lernen?
  3. In Hamburg gibt es ein Koordinierungsstelle für individuelle Unterbringung – wäre das für uns auch ein Baustein?
  4. 4. Zur Zeit sitzen Jugendliche in Untersuchungshaft, weil man nicht weiß, wohin mit ihnen und wie mit ihnen umzugehen ist. Welche Ansätze brauchen wir hier?
  5. 5. Welche Lücken bestehen zwischen dem Jugendhilfesystem und Jugendstrafrecht.

Uns geht es heute Abend nicht darum nochmal das Pro und Contra Geschlossene Unterbringung zu diskutieren.

Ziel der Veranstaltung ist, Alternativen zu finden, wie wir die Jugendlichen erreichen können und sie nicht allein auf der Straße lassen. Alternativen, ohne freiheitsentziehende Maßnahmen durch die Jugendhilfe. Wir wollen von Ihnen hören, welche Maßnahmen es gibt – ohne geschlossene Tür – und welche entwickelt werden müssen. Welche Alternativen haben wir?

Posted by:

Susanne Wendland

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