Auf Inline skaten fahren sie ab! Junge Flüchtlinge in der ersten Anlaufstelle.

Die Zentrale Aufnahmestelle für junge Flüchtlinge (ZAST) war in den Schlagzeilen. Überfüllt. Verdreckt. Das ist vorbei. Mit einer Delegation der Grünen habe ich mich heute davon überzeugen können, dass die Jugendlichen gut untergebracht sind. Die Atmosphäre ist entspannt. Das liegt nicht zu letzt auch an der jetzigen Heimleiterin, Frau Sandawi, die in mehreren Sprachen befähigt sehr einfühlsam mit den Jugendlichen umgeht. Das mussten die Jugendlichen auch kundtun. Sie organisierten einen Jugendlichen unter sich der Englisch sprechen kann, um ihr Anliegen vorzutragen: Die Heimleiterin soll bitte bleiben.

Die ZAST ist die erste Anlaufstelle für junge Flüchtlinge. Hier kommen sie nach ihrem langen Fluchtweg aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Gambia, Algerien, Somalia und Eritrea an. Hier werden sie für die ersten Wochen untergebracht, versorgt, registriert, gesundheitlich untersucht.

Diese ZAST musste über die Sommermonate aus hygienischen Gründen vorübergehend geschlossen werden. Seit vergangen Freitag ist sie wieder neu eröffnet. Viele Umbaumaßnahmen, mehr Personal und auch eine Neuorganisation der Aufgabensorgen – so war es heute –  sorgen trotz allem für eine gute Atmosphäre im Haus.

Wer sich fragt, was er für junge Flüchtlinge tun kann? Für die ZAST: Die Jugendlichen freuen sich über Sachspenden, es fehlt an guter jugendlicher Kleidung, Fahrrädern und vor allem Inlinern. Aufs Inline skaten fahren sie ab! Und es fehlt auch an Freizeitangeboten. Sportvereine kommen und bieten Fussball und Eishockey an. Es gab auch schon Bürger, die einfach einen Ausflug angeboten haben – im Sommer ins Schwimmbad. Das sind Highlights, die die Kids für einen Moment fröhlicher und leichter machen.

135 Betten in vier bis acht Bettzimmern stehen bereit, 50 Notplätze. Immer mehr junge Menschen kommen nach Bremen. Im Vergleich zu 2013 hat sich die Anzahl um das 2,5 fache erhöht. Bremen ist beliebt bei den jungen Flüchtlingen, das hat sich via Internet und social media herum gesprochen. Es werden immer mehr Jugendliche, die ohne ihre Eltern kommen. Nach den max. 3 Monaten, die sie in der ZAST verbringen, kommen sie in ein Übergangswohnheim. Dort erfolgt auch ein sog. „Clearing“ – d.h. es wird geschaut, was der Jugendliche braucht, welchen Erfahrungen er gemacht hat. Ist er fähig in einer neuen Familie zu leben (z.B. bei Pflegeeltern oder nahen Verwandten)? Ist er fähig, sich in größeren Gruppen zu bewegen? – dann erfolgt bestmöglich eine Unterbringung in einer Jugendwohngruppe. Viele sind aber auch stark traumatisiert und haben Gewalterfahrungen – dann bekommen sie intensive pädagogische Betreuung.

Wer sich auch hier fragt, was er tun kann? Wer ein WG-Zimmer frei hat, sagt Bescheid, die Jugendlichen werden auch ambulant betreut. Wer Lust hat, kann auch Mentor werden.

Infos gibt es hier:

Falls jemand Lust hat, Inliner zu spenden:

ZAST – Steinsetzers. 12, 28279 Bremen

Für Spenden:

www.gemeinsam-in-bremen.de

Für Mentoren und Vormundschaft:

http://www.fluchtraum-bremen.de/index.php/helfen

 

 

Posted by:

Susanne Wendland

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